Chai Khat

Ein spannender Schwarz-weiß Western, keine Frage. Chai Khats finster gedehnte Gitarrenmelodien lassen im leeren Raum Geister vergangener Revolverhelden auferstehen. Unscharf, lauernd und unsagbar cool. Statt wehendem Tumbleweed gibt’s Trockeneis für alle.

Statt des finalen Schusses- plötzlich ein Refrain, wabernd und mit treibendem, mechanischen Beat. Chai Khat, das Anfang des Jahres gegründete Dreampop, Wave Kollektiv aus NRW, zeigt auf seiner selbstveröffentlichen EP “Ghosts in The Void”, dass das Konzept düster, aber tanzbar immer noch hervorragend funktioniert. Wer bei Yann Thönnessens dunklem, immer wieder von Wellen flimmernder Synthies überspültem Gesang, gepaart mit unermüdlich poppigen Drumbeats nicht in Stroboskop artiges Zucken gerät, ist wohl schlicht und einfach zu benebelt vom beinah doomigen Flair der Band, das vor allem in “New Friends” immer wieder durchschimmert. Let’s Dance to Joy Division!