FOXYGEN

Foxygen haben in Los Angeles zusammengefunden und sind die Songwriter Sam Frances und Jonathan Rado. Sie sind die rohe Version der Rolling Stones, Kinks, Velvets, Bowie, etc. die eine Menge junger Menschen dringend brauchen. Sie kreieren manchmal impressionistische, manchmal überwirkliche Soundportraits spezifischer Orte und Zeiten. Dennoch ist diese Musik nie etwas anderes als modern. Foxygen verschmelzen die wilden, sorglosen Qualitäten von Künstlern wie Ariel Pink mit den zuvor genannten Einflüssen. Das Ergebnis ist eine der erfrischendsten Platten des Jahres. Ihre Alben sind wie Liebesbriefe an ganze Vinylsammlungen. Der erste Track „Abandon My Toys“ startet zwei Sekunden lang mit elektronischem Sound, um gleich darauf auf akustische Instrumente umzuschwenken, mit Vocals, die wirken als wären sie über ein Medium kanalisiert worden. „Why Did I Get Married?“ ist zwei Minuten lang tief melancholisch, um dann in etwas ganz anderes umzuschwenken, fast schmalzige Ray Davies Vocals werden zu Schreien. Nach dem Hören einiger Songs, beginnt jeglicher Versuch ein Genre zu definieren mit einer Diskussion, die wohl oder übel aber mit einem Achselzucken endet, vielleicht „Rock and Roll?“, oder doch eher „Psychedelic?“. Genau so soll es sein: mehr Fragezeichen, dafür weniger Punkte und Erklärungen. Nur Fragen können uns dort hinbringen, wo wir hinmüssen, an einen Ort völliger Unwissenheit. Als kleiner Organismus in einem Meer unendlich vieler Bedeutungen, gibt es nichts Ehrlicheres als die Unwissenheit. „Take The Kids Off Broadway“ ist ein Album voller solcher Fragezeichen.

2011 gaben France und Rado eine CD dieses ersten Werks dem visionären Produzenten Richard Swift nach seiner Performance in einem Club auf der Lower East Side. Die beiden, schon länger Anhänger von Swifts Arbeit, hatten die CD erst in dieser Nacht gemixt. Den Venue haben Foxygen in dieser Nacht unsicher, ob Swift ihre Platte jemals hören würde, verlassen. Diesen Text liest du, weil er sie gehört hat. Tatsächlich fand Swift Foxygens Musik so hervorragend, dass er sich sofort bei Ihnen meldete.

Acht Monate später hatten Foxygen die Möglichkeit in einer einwöchigen Aufnahmesession in Swifts schon jetzt legendärem National Freedom Studio, genau das zu kreieren, was zu „We Are The 21st Century Ambassadors of Peace & Magic“ geworden ist: eine selbstbewusste Spritztour durch kalifornische Psychedelik mit einem röhrenden Punk-Rock Motor. Die Songs stammen aus einer besonders kreativen Phase nach „Take The Kids Off Broadway“. Foxygen glauben, dass jeder dieser Songs eine Art Friedensnachricht kosmischer Wesen ist, die France und Rado als Vermittler gebrauchen.

Unter der Oberfläche ihrer überragenden Melodien, brodelt eine wilde, mutige Energie die es Foxygen unmöglich macht, irgendetwas geradeaus zu machen. Wir würden es auch gar nicht anders wollen. Irgendwie schaffen sie es in drei bis vier Minuten Tracks musikalisch und lyrisch einen vollkommen anderen Weg zu gehen, Brücken zu schlagen, die Jahrzehnte miteinander verbinden und gleichzeitig Neuerfindung und Denkmal sind. Als die Neuen können Foxygen aber keinesfalls bezeichnet werden, denn sie machen dieses ihnen ganz eigene Ding schon seit der Junior High.