Son Lux

Ryan Lott aka Son Lux kennt man möglicherweise, ohne zu wissen, dass man Musik von ihm gehört hat. Der studierte Pianist und Komponist mit Wahlwohnsitz New York City hat die Hintergrundmusik für Spots von Absolut Wodka, Ikea, Audi oder Coca Cola beigesteuert – alles irgendwie keine Leichtgewichte in Sachen Markenpräsenz. Wo andere sich zufrieden auf die eigene Schulter klopfen und den Verheißungen des urbanen Kreativen-Daseins nachgingen, haben wir es hier mit einem echten Komponisten zu tun, für den diese Spots höchstwahrscheinlich nur eine Fingerübung waren – denn auf sein Konto gehen zudem noch etliche Film- und Seriensoundtracks (Looper, The Disapperance of Eleanor Rigby, Parks and Recreation, American Horror Story etc) – und, darum geht es hier eigentlich – bisher drei Alben unter seinem Pseudonym Son Lux. Klar, dass man hier keine lakonisch hingezimmerten Slacker-Hymnen vorgesetzt bekommt. Dafür kann der Mann schlicht zuviel. Seine elaborierten Songs lassen Luft, sich zu entwickeln, gehen manchmal Umwege und werden plötzlich zu mitreißenden Hymnen. Aber immer sitzt jeder Ton da, wo er hinsoll. Der Versuch, seinen Sound zu beschreiben, brachte bereits so schöne Metaphern wie »der dunkle, opernhafte Mittelweg zwischen Owen Pallett und Radiohead in ihrer ›In Rainbows‹ Phase oder den opernhaften Höhen der Wild Beast« hervor. Hä? Genau. Kurzum: Son Lux kreiert Soundlandschaften, die fließen und mitreißen und in einer eigenen Liga zwischen Indierock und Filmmusik zuhause sind.