THE SLOW SHOW

The Slow Show kommen aus Manchester. Aber davon darf man sich nicht täuschen lassen: Selten klang eine Band aus der Gegend weniger nach Manchester. Schon der sonore Bariton von Sänger Rob Goodwin klingt so gar nicht britisch, und die epischen Songs wie die aktuelle Single „Dresden“, die sofort Ohrwurm-Qualität entwickelt, hören sich eher nach amerikanischer Prärie denn nach britischer Arbeiterschicht an, mehr wie Neil Young oder Wilco (und natürlich den namensgebenden The National) und weniger wie Smiths, Happy Mondays oder I Am Kloot. Mit ihren Liedern über Liebe und Tod haben sie schon das lauteste Publikum zu staunendem und ehrfürchtigem Schweigen gebracht. Das weiß auch die Band und liebt es, wie Goodwin selbst sagt: „For us, success is to get people really listening. We’ve had audiences fall quiet and people come up to us in tears. It’s strange, but it’s incredibly touching when people react like that.“ Da kommen gedämpfte Bläser zum Einsatz oder ein ganzer Chor gibt die melancholische Richtung vor. Seit 2010 sind Sänger und Gitarrist Goodwin, Gitarrist Joel Byrne McCullough, Bassist James Longden, Keyboarder Fred Kindt und Schlagzeuger Chris Hough zusammen unterwegs, und doch hat es eine Weile gedauert, bis der Ruf dieser exzellenten Musiker in ihrer Heimatstadt angekommen ist: Zunächst wurden die BBC und ausländische Veranstalter auf The Slow Show aufmerksam, die ersten großen Auftritte hatte die Band beispielsweise beim Haldern Pop Festival, bevor sie Elbow in der Kathedrale ihrer Heimatstadt supporten durften – und die Lokalmatadoren ebenso ehrfürchtige Fans wurden. Im Frühjahr erscheint ihr Debütalbum, im Anschluss kommen The Slow Show mit ihren magischen Konzerten nach Deutschland.