THE SOFT MOON

Eigentlich hatte Luis Vasquez niemals vorgehabt, die Musik von The Soft Moon an die Ohren der Öffentlichkeit gelangen zu lassen. Für ihn war Musik immer so etwas wie die Aktualisierung seiner selbst und nicht der Versuch, sich auf irgend ein Podest zu heben. Und trotzdem schafften es die leicht trostlosen, gedämpften Sounds, die er Jahre zuvor in seinem kleinen Appartment in Oakland aufgenommen hatte, wie Luftblasen im Wasser an die Oberfläche und wurden zu seinem überschwänglich gefeierten Debüt-Album „The Soft Moon“. „Vergessenheit wird zum verlockenden Ausblick“, so meinte Pitchfork in seiner 8,1-Punkte-Kritik, und in der Tat: Die Zuhörer wurden augenblicklich in Vasquez‘ trübes, musikalisches Brachland geworfen, eingewickelt in die launenhaften Atmosphären zwischen schartigem Dark Wave und weit gereistem Post Punk. Weder für sie, noch für Vasquez gab es jetzt noch ein Zurück, und nun kehrt er mit „Deeper“, dem wohl introspektivsten Album seiner Karriere zurück. Das mag zwar seinen Schöpfer ein Stück zurück ins echte Leben geführt haben, uns aber zieht es noch ein wenig tiefer hinein in Vasquez‘ düsteres wie allerdings auch wohlklingendes Universum. Und das funktioniert nirgends so gut wie im Konzertsaal.